23.08.2017

Die Konzerne aus dem Silicon Valley drängen immer weiter auf den Finanzmarkt und bieten ihre eigenen Technologien an.

Gefahr für die Finanzdienstleister

Finanzgeschäfte über Facebook oder Rechnungen durch “Alexa” bezahlen lassen – das sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass etablierte Finanzunternehmen mit Facebook und Co. zusammenarbeiten, um ihren Kunden neue Möglichkeiten in einer vernetzten Welt zu bieten. Auch bei wichtigen strategischen Fähigkeiten setzen Finanzdienstleister auf die Technologiekonzerne. Dabei wird oft vernachlässigt, dass die Unternehmen eigene Bezahlsysteme entwickeln und somit in Zukunft in Konkurrenz mit den Banken treten können. 

Risiken für Kunden und Regulatoren

Der Einstieg der Technologieriesen in den Finanzmarkt birgt auch für Ihre Kunden Risiken.Die Konzerne erhalten dann nicht nur Zugriff auf ihre Kundendaten zum Konsumverhalten, sondern auch alle Informationen über ihre finanziellen Verhältnisse. Auch die Aufsichtsbehörden sehen die Entwicklung kritisch. Für sie wird es immer schwieriger Wettbewerbsverhalten und Missbrauch von Kundendaten zu erkennen oder zu verhindern. 

Fintechs sind keine Konkurrenz

Entgegen früherer Annahmen, bezweifeln Experten heute, dass Fintechs ganze Nischen des Finanzsystems übernehmen werden. Zwar beeinflussen sie die jüngsten Innovationen in der Finanzindustrie, eine tatsächliche Konkurrenz sind sie jedoch nicht. Dies liegt auch am Verhalten der Kunden, die sich scheuen ihre bisherigen Finanzdienstleister zu wechseln und somit fehlt den Fintechs der nötige Kundenstamm für profitable Geschäfte.

Aussichten für die Finanzindustrie

Durch ihre starken Markennamen und ihre umfassende Datenbasis können Technologieriesen entscheiden, wo sie in den Finanzmarkt eintreten wollen und nutzen so die Abhängigkeit, in der sich die Finanzinstitute zu ihnen befinden, aus. Deshalb sollten Finanzdienstleister schnell und flexibel auf Neuerungen reagieren und eigene Technologien entwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben.