28.07.2016

Mehr als eine Million Menschen sind allein in Deutschland im Digital-Sektor beschäftigt mit einem Umsatzvolumen von über 160 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Eine Branche, die vor 30 Jahren in der Form noch nicht einmal existierte. Viele befürchten jedoch, dass die Innovationen in der Automatisierung, Industrie 4.0 und der künstlichen Intelligenz eine hohe Arbeitslosigkeit nach sich ziehen werden.

Neue Technologien machten Waren günstiger

Studien und auch die Geschichte zeigen, dass diese Sorgen unbegründet sind. Volkswirtschaften passen sich neuen Entwicklungen und Technologien an. Dies war in der Vergangenheit so und dies wird auch zukünftig so sein. Aktuelle Jobs unterliegen Veränderungen, aber viele neue und teilweise bessere Arbeitsplätze werden gleichzeitig geschaffen. Ein Beispiel: Im Jahr 1800 arbeiteten die Menschen im Durchschnitt 100 Stunden in der Woche auf dem Feld, sieben Tage die Woche, um halbwegs über die Runden zu kommen. Als die industrielle Revolution kam, befürchteten sie, dass die neue Technologie massive Arbeitslosigkeit herbeiführen würde. Doch die neuen Technologien machten Waren deutlich günstiger und steigerten somit deren Nachfrage, was wiederum mehr Arbeitsplätze geschaffen hat.

"Lump of Labor Fallacy" ist ein Irrtum

Viele Menschen glauben irrtümlich an die sogenannte "Lump of Labor Fallacy". Diese beruht auf der Annahme, dass die gesellschaftlich notwendige Arbeitsmenge fix gegeben ist. Entsprechend könnte man, so die Meinung, Arbeit einfach umverteilen. Und wenn Arbeitsplätze wegfallen, seien diese unwiederbringlich dahin. Dies ist ein Trugschluss. In einer Volkswirtschaft ist die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht festgelegt.

Neue Technologien schaffen neue Anforderungen für neue Waren, Branchen, Technologien, Häuser, Dienstleistungen und vieles mehr. Ähnlich ist es mit der Flüchtlingssituation im Augenblick: Viele Menschen befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es werden mehr Lehrer, mehr Dolmetscher, mehr Betten und Container denn je zuvor benötigt und produziert, was Arbeitsplätze schafft. Die deutsche Wirtschaft profitiert also von den Einflüssen.

Technologie belebt das Geschäft und schafft Lebensqualität

In der Regel führt Technologie immer zu einer effizienteren Verteilung der Arbeit. Wenn Technologie in manchen Bereichen den Menschen ersetzt ist dies nicht immer negativ zu bewerten. Oftmals handelt es sich um hoch standardisierte Prozesse. Die Menschen können sich produktiverer Arbeit widmen, die wiederum langfristig den Arbeitsmarkt belebt. Technologie macht Leistungen und Produkte deutlich billiger. Dies macht es uns leichter, mit dem gleichen Einkommen mehr kaufen zu können. Diese Kaufkraft belebt den Arbeitsmarkt und schafft Arbeitsplätze. Dies ermöglicht es uns, heute viel weniger zu arbeiten als unsere Vorfahren und zugleich einen viel höheren Lebensstandard zu haben.