30.04.2014

Die Wearable-Technologie ist in der Sport- und Freizeitwelt wie eine Bombe eingeschlagen. Schrittzahl, Herzfrequenz oder den Puls direkt am Körper messen – das machen Wearables möglich. Die Medizintechnik gilt demnach auch als der größte B2B-Anwendungsbereich für den Quantified Self-Trend. Smartbrillen wie Google Glass ermöglichen aber noch viele weitere professionelle Einsatzmöglichkeiten.

Wearables sind das neue Geschäftsmodell

Smarte Uhren und Brillen haben das Potenzial, unseren Umgang mit mobilen Geräten zu revolutionieren. Als wichtigster Katalysator für die Entwicklung der Wearables gilt das Smartphone mit seinen unzähligen Vernetzungs-Features. Auch dank Bluetooth, verbesserter Standardisierung und moderneren Übertragungstechniken erleben Wearables einen großen Hype. Die Gestensteuerung und Sprachbefehle für Rechner werden für uns zukünftig selbstverständlich sein. Joshua Flood, Analyst beim US-Marktforscher Abi Research, prognostiziert für 2015 bereits 165 Millionen verkaufter Wearables.

Abi Research unterteilt den Markt der Wearables in sieben Bereiche:

 

1. Datenbrillen á la Google Glass

2. Medizintechnik

3. Erfassungsgeräte im Sport- und Fitness-Segment

4. Smarte Uhren wie Apples iWatch

5. 3D Motion Tracker wie Microsoft Kinect

6. E-Cloth

7. am Körper oder am Helm tragbare Kameras

Die Marktforscher bescheinigen den Smartwatches das größte Potenzial. Der Wearable-Gesamtmarkt soll bis 2018 auf circa 550 Millionen Stück anwachsen, so Abi Research. Nach iWatch und Co. folgen intelligente Fitness-Armbänder und Smart Glasses wie die Google Glass. Vor allem die Datenbrillen eröffnen in Kombination mit Augmented Reality zahlreiche B2B-Einsatzmöglichkeiten. Zum Beispiel können virtuelle Rundgänge in Gebäuden entstehen oder Zahnärzte lenken Angstpatienten mit der Datenbrille multimedial ab. „Nach Smartwatches werden Smart Glasses mit Google als neuer starker Player 2014 zum nächsten großen Ding im Wearable-Markt", ist sich Abi-Analyst Flood sicher.

Kleidung und Turnschuhe werden ebenfalls zum Business Case, das zeigt die Bundesligamannschaft TSG Hoffenheim. Die Spieler haben bereits ein Training mit Datenbrille und Sensoren abgehalten. Die Sensoren befanden sich unter dem Schienbeinschoner oder unter dem Trikot des Spielers. Die Trainingsleistung wurde somit effizient gemessen. Die Software SAP hat die Daten der Spieler direkt abgespeichert, sodass die Informationen im Nachgang zentral analysiert werden können. Stärken und Schwächen der Mannschaft oder die Quote des Torabschlusses wurden transparenter.

 

Medizintechnik: Virtuelle OPs mit Google Glass

Die Google Glass hat bereits Einzug in die Medizintechnik gehalten. Das Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston hat die Google Glass drei Monate lang in der Notaufnahme eingesetzt. Die Ärzte attestieren der Datenbrille den enormen Vorteil die Datenübermittlung in Echtzeit zu ermöglichen. Am Bett des Patienten konnte direkt auf klinische Daten zugegriffen werden. Des Weiteren hatten die Ärzte die Hände frei, da ihnen sofortige Informationen über die smarte Brille angezeigt wurden.

 

Fazit

Wearables eröffnen nicht nur im privaten Alltag spannende Möglichkeiten, sondern auch für Unternehmen kann sich der Einsatz der smarten Technologie auszahlen. Vor allem im Dienste der Gesundheit können Wearables zum Segen werden.