02.11.2011

Das Internet ist als Vertriebs- und Kommunikationskanal in den meisten Unternehmen fest etabliert. Stiefmütterlich behandelt wird jedoch vielfach die Erfolgskontrolle durch das Web-Controlling.

Ein gut strukturierter Webauftritt dient als Instrument zur Kundenbindung. Dazu gehört eine ständige Optimierung Ihrer Online-Präsenz, um eine maximale Bedienerfreundlichkeit zu gewährleisten. Doch wie viele Unique-Visitors Ihre Seite in einem Monat aufgerufen haben, lässt sich nur über ein intelligentes Web-Controlling-Programm nachvollziehen. Um Ihren Kunden den größtmöglichen Komfort beim Besuchen Ihrer Seite zu gewährleisten, ist es unverzichtbar die stetig wechselnden Interessen der User Ihres Internetauftritts zu berücksichtigen und eine kontinuierliche Aktualität Ihrer Produkte und Ihrer Webseite zu garantieren.

 

Christian Bennefeld, Geschäftsführer der eTracker GmbH, gibt wertvolle Tipps, damit Sie die Kundenbindung auf Ihrer Internetseite sicherstellen und Ihr Webcontrolling-Progamm optimal einsetzen.

Tipps zur Kontrolle Ihrer Webseite

  • Webcontrolling sollte als kontinuierlicher Prozess mit klaren Ressourcen und Verantwortlichkeiten etabliert werden.
  • Mit der Optimierung der Webseite sollten Unternehmen auf jeden Fall beginnen, bevor sie Besucher über teure Online-Marketing-Maßnahmen auf ihre Website lenken.
  • Identifizierung der kritischsten Stellen der Webseite mit einer Webanalyselösung: Einstiegsseiten mit hohen Abbruchraten, Seiten mit unnatürlich vielen Ausstiegen, hohe Abbruchraten in Bestellprozessen, Seiten mit sehr kurzen oder sehr langen Verweildauern etc.
  • Genaue Beobachtung des Nutzerverhaltens an den kritischen Stellen mithilfe von Mouse Tracking: Was nehmen die Besucher wirklich wahr, wie weit scrollen sie, welche Texte lesen sie, welche ignorieren sie, in welchen Formularfeldern zögern sie oder brechen ab etc.
  • Optimierung der Kundenwandlungsrate, die sogenannte Konversionsrate, dem Umsatz, sowie der Besucherzufriedenheit und -loyalität: Informationen über die Zufriedenheit gewinnt man durch die kontinuierliche Befragung der Besucher. Nutzen lassen sich hierfür etablierte Marktforschungsmethoden, womit man zusätzliche Erkenntnisse über die Zufriedenheitstreiber, die Motivation oder die Soziodemografie der Besucher erhält.
  • Erst wenn die Website optimiert ist und die Besucher zufrieden sind, sollte ins Online-Marketing investiert werden. Unternehmen sollten dazu alle Möglichkeiten wie Newsletter, Affiliate Marketing, Display- und Videowerbung, Social Media etc. nutzen. Ausschließlich Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu betreiben oder bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen (Keyword Advertising) zu schalten, ist falsch. Beginnen sollte man nicht mit zu kleinen Budgets – Einsparungen und gezielter Mitteleinsatz können erst nach dem Test aller Kanäle erfolgen.
  • Sämtliche Kampagnen sollten mit einem Kampagnencontrollingsystem analysiert werden, das alle Kontaktpunkte eines Besuchers mit den Werbemitteln und der Webseite erfasst. Das System muss neben Konversionsraten auch Kampagnenkosten, -umsätze und Renditen auf Artikelebene ausweisen. Zudem sollte man darauf achten, dass Kampagnen nicht nur nach der „Last ad“-Methode oder anderen statischen Attribuierungsmodellen bewertet werden. Wichtig ist die Analyse der Wechselwirkungen zwischen einzelnen Kampagnen, um Hebelwirkungen zwischen Werbeträgern auszunutzen und Budgets effizient verteilen zu können.
  • Um die erzielten Ergebnisse und Verbesserungen einordnen zu können, ist der Vergleich mit der früheren Leistung der eigenen Website nicht ausreichend. Wichtig ist es, Branchenbenchmarks heranzuziehen, um beurteilen zu können, ob die Optimierungsmaßnahmen und das Online-Marketing auf oder über dem Niveau der Branche liegen.
  • Funktioniert alles zur Zufriedenheit, kann man das Marketing um Targeting- und Retargeting-Maßnahmen erweitern. Das sind gezielte Werbemaßnahmen, die anhand des Nutzungsverhaltens eines Besuchers ausgesteuert werden.