03.11.2017

Die Veränderung von Kapitalmärkten bietet mehr Geschwindigkeit, Genauigkeit und Effizienz, sowie zusätzliche Kapazitäten bei den Mitarbeitern. Automatisierte Prozesse übernehmen beispielsweise in der Post-Trade-Verarbeitung Aufgaben und ermöglichen so, dass sich Mitarbeiter auf andere Aktivitäten konzentrieren können. 

Wie funktionieren kognitive Technologien

Aufgaben, die bisher menschliche Intelligenz erforderten, können nun mit Hilfe von Anwendungen und Maschinen ausgeführt werden. Kognitive Technologien umfassen dabei Roboter-Prozessautomation (RPA), maschinelles Lernen und die Verarbeitung natürlicher Sprache. Der Einsatz von Technologien reduziert den menschlichen Input und erhöht die Effektivität der Arbeitsweise.  

Wo kognitive Technologien Einsatz finden

  • RPA: Automatisierung von Routineaufgaben über bestehende Schnittstellen, die beispielsweise für Aktivitäten wie Datenextraktion genutzt werden können.
  • Intelligente Workflows: Weiterleitung und Integration von Aufgaben wie Client-Onboarding und Monatsend-Reporting.
  • Maschinelles Lernen: Fortgeschrittene Algorithmen erkennen in großen Datensätzen Muster und helfen dabei Entscheidungen in Bereichen wie Produktkontrolle und Handelsüberwachung.
  • Verarbeitung natürlicher Sprache: Umwandlung von Sprache und Text in strukturierte, auffindbare Datensätze.
  • Kognitive Agenten: Computergesteuerte Interaktionen mit Menschen, die zum Beispiel in Kundenservice-Centern oder Help Desks eingesetzt werden.

McKinsey hat kürzlich die Durchdringung der digitalen Umsetzung und des Handelsprozesses von acht Banken im Geschäft mit Bargeldaktionen verglichen. Dabei stellten sie fest, dass die Banken, die in der Digitalisierung am weitesten fortgeschritten sind, die Einnahmen in den Bereichen, in denen direkter Kundenkontakt besteht und Handelsgeschäfte abgeschlossen werden, um das achtfache steigern konnten.  

Steigerung der Kapazität

Oftmals wirken sich die neuen Technologien nicht, wie meist vermutet, auf Personalreduzierung aus. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich die Automatisierung eher auf Aufgaben, als auf die Positionen bezieht. RPA unterstützt beispielsweise den Berater im Kundendialog mit zusätzlichen Informationen, komplexere Anliegen werden an den Sachbearbeiter weitergeleitet. Wird die Gesamtkapazität betrachtet ist der Einsatz von kognitiver Technologie potentiell signifikant, da hier zum Beispiel bis zu 25 Prozent zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden können. 

Hoher Nutzen durch Kombination von kognitiven Lösungen

Kognitive Lösungen können eigenständig genutzt werden, allerdings vervielfacht sich ihre Wirkung, wenn Anwendungen in Kombination gesetzt werden. So haben RPA und maschinelles Lernen etwa einen hohen Nutzen bei der Korrektur von Standardanweisungen in der Abrechnungs- und Zahlungsfunktion. Mittlerweile werden kognitive Agenten, intelligente Workflows und natürliche Sprachverarbeitung erfolgreich im Kundenservice eingesetzt, zum Beispiel um personalisierte Kunden-Emails zu erstellen.