24.07.2018

Ein wichtiger Baustein in der Google KI-Strategie ist das offene AutoML Projekt. Das System führt tausende Simulationen durch, um optimierbare Teile eines Codes zu finden, verbessert diese und wiederholt den Prozess permanent. Entwickler weltweit profitieren vom frei zugänglichen Code und können so ihre eigenen Projekte mit AutoML weiterentwickeln. 

Ursprünglich geschaffen, um den Mangel an hochqualifizierten Fachkräften im KI-Programming ausgleichen sowie KI-Systeme erschaffen und verbessern, ist das System jetzt teilweise schon in der Lage, besser zu performen als Menschen. So  erreichte die durch AutoML kreierte KI bei der Erkennung der Lage verschiedener Objekte in einem Bild eine Quote von 43 Prozent – das beste von Menschen entwickelte System schaffte nur 39 Prozent. Berühmt auch das Beispiel des AlphaGo Zero-Algorithmus, der auf Basis einer KI besser performante als jeder Mensch oder die Vorgänger-Systeme. 

Generative Query Network (GQN) von Google Deepmind

Bilderkennung ist das Eine - räumliche Vorstellungskraft und Objekterkennung das Andere. Deepminds neues Generative Query Network (GQN) soll anhand weniger 2D-Aufnahmen eine einfache 3D-Szene rekonstruieren. Das System besteht aus zwei kooperierenden neuronalen Netzen. Das erste Netz analysiert die Pixelwerte der zur Verfügung stehenden Bilder, das zweite rekonstruiert daraus die 3D-Szene. Das Netzwerk soll also verstehen, welche geometrischen Proportionen eine plausible Szene hat, ohne dass der Mensch diese Parameter explizit benennen muss. Als mögliches Einsatzszenario nennt Google die physische Raumorientierung für die selbstständige Bewegung von Robotern. 

Duplex wirft Fragen auf

Rund um die Vorstellung von Google Duplex auf der Entwicklerkonferenz I/O sorgte die Effektivität des Systems für große Bewunderung aber auch einige Irritationen. Als Use Case für Duplex wurde die automatisierte Vereinbarung eines Frisörtermins vorgestellt. Sowohl auf der Konferenz als auch in weiteren Tests durch Journalisten beeindruckte Duplex: Oftmals konnten die Angerufenen die KI nicht von einem menschlichen Anrufer unterscheiden, was für einige Kritik sorgte. Google lässt Duplex sich deshalb jetzt am Gesprächsbeginn als KI identifizieren. 

Grundprinzipien im Umgang mit KI

Das könnte auch der Anstoß für die Kommunikation von Google CEO Sundar Pichai zum Umgang mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz gewesen sein.Dabei setzt Pichai auf den Mehrwert, den KI für die Gesellschaft entstehen lässt, beispielsweise für Medizin oder bei der Bekämpfung von Naturkatastrophen. Google nehme die Sorgen über mögliche Fehlentwicklungen in der KI-Entwicklung ernst und fühlt sich in der Verantwortung für einen ethisch wertvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Deshalb hat der Tech-Riese sieben Grundprinzipien entwickelt, die das sicherstellen sollen.