04.05.2015

Vernetzte Spülmaschinen, intelligente Rucksäcke und Pullover mit integriertem Internetzugang: was heute teilweise noch nach Science Fiction klingt, wird in fünf Jahren unser Alltag sein. Unsere komplette Wirtschaft wird sich in der kommenden Dekade grundlegend ändern. Viele Experten sprechen bereits von einer neuen industriellen Revolution und der Wirtschaft 4.0. Doch was genau wird sich ändern und welche Vorteile und Aufgaben ergeben sich für Ihr Unternehmen?    

shutterstock_33792520

Bis 2020 werden 40 Milliarden Euro für Industrie 4.0 Investitionen getätigt. Der Digitalisierungsgrad der Wertschöpfungskette nimmt in den kommenden fünf Jahren um 80 Prozent zu. Der Anteil von Internet of Things (IoT) an der globalen Wirtschaftsleistung steigt bis 2030 auf 12,5 Billionen Euro an. Die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) wird für uns also allgegenwärtig sein. Theoretisch kann jeder beliebige Gegenstand mit dem Internet verbunden werden und darüber steuerbar sein. Bei richtiger Umsetzung bildet die Industrie 4.0 die Grundlage für einen umfassenden digitalen Wandel auf allen Ebenen der Wirtschaft.

Von Industrie 4.0 bis Wirtschaft 4.0

Einige Vorreiterbranchen wie die Automobilindustrie, Elektroindustrie oder Maschinen- und Anlagenbauer evaluieren bereits intensiv, welche Möglichkeiten die Industrie 4.0 ihnen bietet und haben bereits einige erfolgreiche Pionierprojekte umgesetzt. Doch nicht nur die Industrie sondern die ganze Wirtschaft profitiert von einer Digitalisierung ihres Geschäftsmodells.

Deutschland hat die besten Voraussetzungen für den Ausbau der Wirtschaft 4.0. Doch wer glaubt die Vernetzung von Produktion und Handel sei ein Selbstläufer, der irrt. Die Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft ist die richtige Zusammenführung von Wissen aus den Bereichen Advanced Analytics, Supercomputing, Robotik, Manufacturing Execution Systems und Automatisierungstechnik.

Technologie nicht zum Selbstzweck

In der Wirtschaft 4.0 steht nicht die Technologie zum Selbstzweck im Mittelpunkt. Vielmehr geht es primär darum, Mehrwert und Vorteile für die Nutzer zu schaffen. Die Rufe nach gemeinsamen Standards werden immer lauter. Apple, Google, RWE und die Telekom arbeiten bereits an einer zentralen Steuerungsplattform, mit der Nutzer alle Geräte und Objekte zukünftig zentral aus einer App heraus steuern können.

Die Telekom hat mit Samsung und Miele bereits die Plattform Qivicon ins Leben gerufen, auf der viele große Namen, wie z.B. auch Philipps, vertreten sein werden. Wer als Unternehmen erfolgreich sein möchte sollte also nicht auf technisch isolierte Insellösungen setzen, sondern sich technologisch öffnen, um so an die großen Plattformen andocken zu können. CEOs von Unternehmen müssen verstehen, wie Vernetzung und Prozessdigitalisierung ihre Produkte und Dienstleistungen nicht nur verändern, sondern vor allem verbessern können.

Smart Service: Die neue Art von Dienstleistung

Es entsteht eine neue Form von Dienstleistung, die sogenannten Smart Services. Sie haben als Grundlage die Analyse von digitalen Daten aus intelligenten Produkten. Auf diese Weise können Wertschöpfungsketten verlängert und die Produktivität gesteigert werden. Um dies erreichen zu können müssen zukünftig jedoch Hersteller von Produkten noch viel stärker Zugriff auf die Nutzungsdaten aus IoT haben.

4 Steps zum neuen Geschäftsmodell:

     

  1. Vorteile evaluieren: Fragen Sie sich, welcher Service für welches Produkt in welcher Nutzungssituation für Ihre Kunden am meisten Mehrwert stiftet. Was benötigt der Kunde, um eine positive User Experience zu erfahren? Bieten Sie ihm die Leistungen und Informationen, die er benötigt.
  2. Partner ins Boot holen: Wer mit Partnern, Dienstleistern und Zulieferern zusammenarbeitet, muss auf eine zuverlässige Kooperation setzen. Nur wenn alle Glieder Ihrer Wertschöpfungskette auf den digitalen Erfolg setzen, werden Sie erfolgreich sein.
  3. Auf die richtige Technik setzen: Prüfen Sie zusammen mit Technikpartnern und Internetagenturen wie TWT, welche Plattformen und Technologien sich für Ihr Unternehmen eignen und welche nicht.
  4. Richtig kalkulieren: Schätzen Sie Umsätze und Vorteile, die Ihnen die vernetzte Produktion bringt, realistisch ein. Nicht jedes Unternehmen und Business-Modell können einen gleich großen Wert aus der Digitalisierung ziehen.
  5.  

Die Leitbranchen der deutschen Wirtschaft müssen noch stärker als bislang in das Potenzial des Internet der Dinge vertrauen und investieren. Vor allem der deutsche Mittelstand bietet noch enorm viel Potenzial, das es zu nutzen gilt. Ein gutes Produkt allein ist nicht ausreichend: nur wer den passenden Service dazu bietet, erschafft ein zukunftsfähiges Produkt.

(Quelle: business impact)