02.06.2016

Fast 3 Millionen Apps finden User zur Zeit bei Google Play und im Apple App Store zum Download für ihre Smartphones. Bei Smartwatches blüht der Markt für Apps gerade auf. Hier bestehen Apps vor allem durch eine herausragende User Experience und sinnvolle Anwendungsbereiche.

Anwendungsbereiche von Smartwatch-Apps

Dafür eignet sich beispielsweise der Fitnessbereich: Herzschlag, Lauftempo oder Fitnessübungen können über das Handgelenk optimal getrackt und ausgeführt werden.Genauso bietet sich auch der Healthcare-Sektor an: Durch die Vibration am Handgelenk kann ein Patient erinnert werden, seine Medikamente rechtzeitig einzunehmen. Ein weiterer großer Markt bietet die Tourismus-Branche: Über sprachgesteuerte Routenführungen könnten User einfacher zu ihrem Ziel oder zu den Sehenswürdigkeiten finden. Im Bereich eCommerce ist die Smartwatch-App von Zalando ein Early Adopter: Mit nur einem Klick kann man über die Suchfunktion auch direkt Produkte kaufen.

5 Design-Herausforderungen der Smartwatches & Lösungen

1. Kleines Display: Der Fokus der App sollte auf die wesentlichen Funktionen gelegt werden. Damit der User nicht unnötig durch zahlreiche Aktionen verwirrt wird, können Designer nur die wichtigsten Use Cases unterstützen. Die Smartwatch App von Shazam zum Beispiel hat als einzige Funktion die Erkennung von Songs. Alben und einzelne Titel können dann über die App im Smartphone gekauft werden, denn die Inhalte synchronisieren sich automatisch mit der Uhr.

2. Kurze Nutzungsdauer & Interaktion: Aus ergonomischer Sicht bedarf die Watch eine angestrengte Handhaltung und das kleine Display bietet ein beschränktes Eingabefeld. Daher sollten Interaktionen in maximal 5 Sekunden vollziehbar sein. Relevante Informationen bieten sich in leicht verständlicher Form an. Sodass so wenig Klickpfade wie möglich entstehen müssen. Die MyTaxi App funktioniert nach diesem Prinzip mit GPS-Ortung: Nach dem Öffnen der App erscheint eine Karte mit dem nächstgelegenen freien Taxi. Ein Klick auf den Taxi-Button genügt, um den Fahrer herbeizurufen.

3. Geringes Eingabefeld: Eine größere Texteingabe auf dem kleinen Feld kaum möglich, daher sollten sich die Eingaben auf wenige Klicks beschränken. Auch über die Sprachsteuerung, große Buttons und Handgesten können Aktionen laufen. Maximal zwei Schaltflächen sollten gleichzeitig eingeblendet sein. Gesten wie Swipe können auf gesamten Display anstatt nur punktuell auf einem Balken programmiert werden.

4. Hohe Kontextsensibilität: Die App Designer achten zudem auf die Nutzungssituation des Users und passen die App entsprechend an. In einem Meeting kann eine Sprachsteuerung beispielsweise hinderlich sein, beim Kochen und Backen mit den Händen ist diese Funktion vorteilhaft. Auch zu achten ist auf die Nutzung im Umfeld: In der U-Bahn im Gedränge sollte die App automatisch per Vibration darauf hinweisen, dass man umsteigen sollte, wenn der User den Arm nicht heben kann.

5. Frequenz der Notifications: Ein zentraler Aspekt ist die Frequenz der Push-Nachrichten. Bei wachsender Menge an Apps kann der User sich schnell abwenden, wenn er zu viele Benachrichtigungen am Tag erhält und die App deinstallieren. Denn die Vibration am Handgelenk lenkt ihn stärker ab als beim Smartphone in der Hosentasche. Entwickler sollten daher kritisch hinterfragen, welche Frequenz angebracht ist. Am besten ist es, wenn der Anwender in der App selbst konfigurieren kann, ob und wann er Push-Nachrichten erhält.

Mögliche Funktionen bei Smartwatches:

  • Digital Crown: Apples drehbares Rädchen ermöglicht ein weites Scrollen und Zoomen in der App.

  • Force Touch: Durch stärkeres Drücken erkennt die Apple Watch den Befehl zum Aufruf des Kontextmenüs.

  • Wrist Gestures: Nutzer können bei der Android Wear durch Drehen des Handgelenks das Menü navigieren.

  • Glances: Mit einem Swipe über das Display werden alle wichtigen Informationen auf einen schnellen Blick bei der Apple Watch gezeigt.

  • Cue Card: Die Androird Wear zeigt in auf einer Karte die drei wichtigsten Funktionen und Interaktionen auf, die per One-Click erreichbar sind.

  • Context Stream: Eine vertikal navigierbare Abfolge von Benachrichtigungen oder Informationen sowie weiterführende Aktionen kann in Apps eingebaut werden.

Fazit

Damit eine optimale User Experience geschaffen wird, bedarf es eines Umdenkens, sowohl bei App Designern als auch bei  Entwicklern. Bei der mobilen App Entwicklung und Optimierung ihrer App auf Smartwatches unterstützen unsere Experten Sie gerne. Kontaktieren Sie uns hier.