19.05.2015

Transporter, die in Kliniken automatisiert Medikamente und Wäsche bringen oder Androiden, die den Check-In im japanischen High-Tech-Hotel Henn-na übernehmen: Robotik setzt aktuell ganze Branchen unter Strom. 18 Prozent niedrigere Arbeitskosten werden dank hilfreicher Maschinen für 2025 erwartet.

Roboter können schon heute viele Aufgaben übernehmen und unser Zuhause, unseren Alltag und unsere Arbeitsprozesse effizienter gestalten. Tendenz steigend: 31 Millionen Roboter sollen bis 2017 verkauft werden. Die Robotik bringt dabei zahlreiche Vorteile mit sich. Die Steigerung der Produktivität, Vermeidung von Produktionsfehlern oder automatisierte Prozesse zählen zu den größten Nutzeffekten. Des Weiteren helfen und erweitern Roboter Services für Kunden und Verbraucher. Auch wenn so manches Medium bereits vom “Roboter als Menschen-Ersatz” spricht, ist dies laut Branchen-Experten nicht der Fall. Roboter können sehr schwere oder gar gesundheitsschädliche Tätigkeiten für den Menschen übernehmen, sodass Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiten werden. In Deutschland herrscht oft noch Skepsis gegenüber der Robotik. Jedoch überzeugen Maschinen, die Entlastung im Alltag bringen, so das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertungen in München.

<iframe style="border: 1px solid #CCC; border-width: 1px; margin-bottom: 5px; max-width: 100%;" src="//de.slideshare.net/slideshow/embed_code/key/IfwKzIrl7DUMmZ" width="425" height="355" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" allowfullscreen="allowfullscreen"> </iframe>

 

Diese drei Trends beschleunigen die Entwicklung intelligenter Roboter:

  • Günstige Sensoren: Dank dem ungebrochenen Smartphone-Boom sind Sensoren sehr preisgünstig geworden. Roboter können durch intelligente Sensorik zum Beispiel Hindernisse erkennen und ihnen zuverlässig ausweichen.
  • Computerchips mit Rechenpower: Die Rechenleistung der Chips ermöglicht mittlerweile die blitzschnelle Auswertung der  Daten von Kameras oder Bewegungsmeldern zur umgehenden Reaktion
  • Zugriff auf riesige Datenmengen via Internet: Intelligente Maschinen können Online auf enorm große Datenmengen zugreifen. Bestes Beispiel ist hier das vernetzte Spielzeug von IBM, das sich mit Kindern unterhalten kann und die Sprachentwicklung fördert.

Fundamentale Änderungen durch vernetzte Produktion

Smarte Robotik hält zunehmend Einzug in Fabriken und arbeitet Hand in Hand mit Menschen. Vor allem schwere und eintönige Arbeit können die Roboter dem Menschen abnehmen. 2025 sollen Fabriken so pro Angestellten circa 30 Prozent mehr Güter produzieren. Handwerker oder Lebensmittelhersteller erhalten auf diesem Weg ebenfalls die Möglichkeit, Arbeitsschritte zu automatisieren. Der Roboter “UR5” vom dänischen Anbieter Universal Robots sortiert zum Beispiel in Perfektion Eierkartons oder befestigt Dichtungen bei BMW gemeinsam mit seinen Kollegen. Das Start-up “Softwear Automation” setzt hingegen auf intelligente Software, die Stoffmuster optisch erkennt und greifen kann. So werden automatisierte Nähmaschinen Realität, die ganze Kleidungsstücke selbstständig produzieren. Der Boom der Robotik verspricht dabei vor allem:

  • höhere Produktivität
  • Vermeidung von Produktionsfehlern
  • Schutz der Gesundheit durch kraftvolle Partner für den Menschen
  • automatisierte Logistik mit noch schnellerem Versand von Gütern
  • flexible Standortverbreitung

(UR5 Roboter erleichtert Arbeitsprozesse)

Industrie ist Wachstumstreiber Nummer eins

Roboter werden vor allem im Industriesektor nachgefragt. Die Elektronikindustrie investiert beispielsweise stark in die Produktionsautomatisierung, so der Internationale Verband der Robotikindustrie. Weiterer Zuwachs wird in der Kunststoffindustrie, der Pharmaindustrie, der Lebensmittelbranche sowie dem Maschinensektor erwartet. In Japan haben die Experten am schnellsten reagiert: Honda entwickelt aktuell einen Roboter namens “Asimo”, der vor allem Senioren als Dienstbote zur Verfügung stehen soll. Doch auch für den Bereich Connected Home eröffnen sich durch Robotik neue Möglichkeiten. Keecker, ein selbtsfahrender Diaprojektor, bewegt sich zum Beispiel durch die Wohnung, beamt Bilder an die Wand und misst dabei, ob es Zeit zum Lüften ist.

Perspektive für die Handelsbranche

Dem Handel steht ebenfalls ein radikaler Wandel bevor. Ob vollautomatisierte Supermärkte, in denen Roboter die gewünschten Produkte in den Einkaufswagen legen, oder als Lotse im Baumarkt: die Ära der Serviceroboter steht bevor. Bis 2020 sollen diese bereits Fachkräfte unterstützen und neue Erfahrungen im Handel schaffen. In dem Berliner Schuladen “Solebox” bringt ein Roboter zum Beispiel Slipper und Pumps für die Kunden zur Anprobe. So entstehen ganz neue Services und Attraktionen am Point of Sale.

Roboter sind schon jetzt eine große Hilfe für zahlreiche Produktionsprozesse: Das Internet der Dinge verändert unseren Lebensstil und löst eine neue Wohlstandswelle aus.

(Quelle: wiwo.de )