17.09.2012

Egal ob Pfarrer, Lehrer, Klassensprecher, Friseure oder Vereinsvorsitzende - Sie alle erreichen eine Vielzahl an Personen und können deren Meinung nachhaltig beeinflussen. Solche Menschen gibt es nicht nur in der Offline-Welt, auch online sind sie anzutreffen und werden hier als Digital Influencer bezeichnet. Diese Online-Meinungsführer für das Marketing zu nutzen, wird bereits seit einigen Jahren von Unternehmen eingesetzt. Doch wie funktioniert das Digital Influence Marketing und wie erreiche ich die Meinungsführer am besten?

 

Ähnlich wie beim Empfehlungsmarketing nutzt man auch beim Influencer Marketing das „soziale Kapital” für sich. In den sozialen Medien hat nur solcher Content wirklich Wert, der geteilt und für gut befunden wird. Eigene Botschaften müssen so gestreut werden, dass eine Chance auf virale Weiterverbreitung besteht. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Geschäft ist es von wachsender Bedeutung relevante Digital Influencer zu identifizieren und zu kontaktieren.

 

Das Hauptziel ist ähnlich wie bei den meisten Social Media Kampagnen: Bekanntheit und Reputation steigern. In der klassischen PR ist es wichtig, Journalisten oder Prominente für sich zu gewinnen und gezielt zu bedienen, damit sie dabei helfen, die eigene Botschaft zu verbreiten. Sie haben enormen Einfluss auf die öffentliche Meinung und verfügen über die Mittel, Inhalte und Botschaften weit zu streuen. Diese Prinzipien gelten auch in den sozialen Medien, nur dass es sich hier um Prominente der sozialen Szene handelt.

 

 

Wenig Streuverluste

Zu jedem Interessengebiet gibt es eine gewisse Zahl von Nutzern, die einen hohen Einfluss in den sozialen Netzwerken haben. Die gibt es auch für Ihr Thema! Egal ob Beauty, Elektronik oder Politik – Das Netz ist voller Digital Influencer. Sie sind die neuen Supertargets im Marketing, da sie rege mit anderen vernetzt sind. Dies können A-Blogger, Foren-Moderatoren, intensive Facebooker, Google+-User mit umfangreichen Circles sowie Twitterer mit hochwertigen Followern sein. Indem man diese Meinungsführer gezielt bedient, erreicht man mitunter eine enorm hohe Zahl thematisch wirklich interessierter Menschen und hat somit sehr wenig Streuverluste.

Social Media Tools helfen bei Selektion

Die Tools Klout und TweetLevel, bieten die Funktion, Einfluss in einem bestimmten Themengebiet bewerten zu lassen. Den verschiedenen Nutzern wird ein Einflussfaktor, ein sogenannter „Score“, zugeschrieben, der sich aus Eckdaten wie Reichweite, Intensität im Themengebiet und die Häufigkeit der Beiträge und Retweet-Zahl zusammensetzt. Verlassen Sie sich aber nicht allein auf den Influence-Score, den Ihnen die Abfrage durch TweetLevel oder Klout liefert! Diese Tools helfen zu selektieren, aber herauszufinden, welcher User tatsächlich das Potenzial zum Influencer für für Ihre Sache hat, muss manuell erfolgen: Verfolgen Sie deren Spuren, kommentieren Sie ihre Beiträge und twittern Sie relevante Artikel.

Wenn Influencer eine Nachricht streuen, dann erzeugt das

  1. Reichweite
  2. Relevanz
  3. Reputation
  4. Resultate

 

 

youtu.be/kms71Za0WPo

 

 

Checkliste: Wie Sie die richtigen Influencer finden und aktivieren

Ziele festlegen: Im Vorfeld müssen Sie die gewünschten Effekte genau festlegen. Welche Themen möchten Sie besetzen und wen möchten Sie erreichen? So können die betreffenden Influencer mit dem richtigen Content und den richtigen Ideen versorgt werden.

 

Finden Sie die richtigen Meinungsführer: Internet-Agenturen und passende Monitoring-Tools können Sie dabei unterstützen. Analysieren Sie auch Ihre eigenen Adressdaten sowie Xing, Foren, Fach-Communities, Facebook-Gruppen, Twitter und andere relevante Netzwerke.

Untersuchen Sie, welcher Nutzer in Ihrem Themenbereich die meisten Erfolge erzielt, welches Theme bei welchem Nutzer die größte Wirkung erzielt.

 

Recherchieren Sie: Sie sollten so viele Informationen wie möglich über die sozialen Meinungsführer und ihre Vorlieben finden. Finden Sie heraus welche Lieblingsthemen sie haben und welche individuellen Besonderheiten es gibt. Influencing hat viel mit Ego und Einfluss zu tun. Influencer sind zu einem großen Teil immer auch Selbstdarsteller.

 

Sprechen Sie die Influencer an: Bieten Sie Exklusivität, Diskretion, Diplomatie, Kommunikationstalent, Timing und vor allem Geduld. Ihr Auftreten und die richtige Ansprache entscheiden darüber, ob Ihr potenzieller Influencer sich geehrt oder ausgenutzt fühlt.

 

Content liefern: Versorgen Sie Digital Influencer so, wie man auch in der klassischen PR Journalisten bedient. Die Intensiv-Nutzer liefern Ihnen „soziales Kapital“ und Sie geben ihnen dafür Informationen aus denen sie gute Inhalte stricken können.

 

Keine Werbung: Influencer die Sie bereits für sich gewinnen konnten, sollten auf keinen Fall mit nervigem Werbematerial bombardiert werden. Meinungsfügrer lassen sich nicht für Werbekampagnen vor den Karren spannen, sondern verbreiten Inhalte, die sie selbst für relevant halten.