04.02.2015

Ferndiagnosen per App, Rezepte per E-Mail oder der Skype-Doktor: Die Arztpraxis kommt zunehmend in die eigenen vier Wände. In einem innovativen Gesundheits-Konzept präsentiert die Design Consultancy Teague nun eine Vision der Heimkrankenpflege via Telefonkonferenz. Wir stellen die zentralen Funktionen und Vorteile vor.

Sie haben einen leichten Husten oder leiden unter Kopfschmerzen, haben aber keine Zeit und Muße bis zur Diagnose die lange Wartezeit in der Arztpraxis abzusitzen? Die Design-Firma Teague präsentiert für solche Fälle ein verlockendes eHealth-Konzept: ein Arzt in einer Box. Sie fragen sich, wie das funktionieren soll? Wir erläutern Ihnen das innovative Konzept.

So holen Sie sich Ihren Arzt in die eigenen vier Wände

Für die Anwendung wird lediglich ein Diagnose-Kit benötigt, das Patienten einen professionellen Arztbesuch in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Das Kit besteht aus zwei Teilen. Teil 1 ist ein smartes Stethoskop, das u.a. in der Lage ist Herz und Lunge abzuhören oder in das Ohr des Patienten zu spähen. Das Stethoskop arbeitet mit faseroptischem Licht und projiziert High-Definition-Bilder auf die Oberfläche der Haut. Teil 2 besteht aus einer Telekonferenz-Kamera, die der Nutzer zum Beispiel am eigenen Badezimmer-Spiegel befestigt. Die Kamera kann dabei sowohl als Video-Chat mit Ihrem Arzt fungieren, als auch Bewegungen, Temperatur und Herzfrequenz des Patienten aufnehmen. Dank eines integrierten Projektors werden Bilder der Aufnahmen auf den Spiegel projiziert. "We’re trying to put traditional general checkup tools in the hands of a patient," sagt Matt Schoenholz, Head of Teague’s experimenteller Hardware-Abteilung.

Die Technologie von Teague treibt den boomenden Sektor des Quantified Self und cleverer Wearables weiter voran, die zahlreiche Vorteile mit sich bringen:

  • Rudimentäre Untersuchungen oder laufende Check-ups können leicht von Patienten selbst übernommen werden
  • zusätzliche virtuelle Begleitung durch Fachpersonal und Ärzte möglich
  • Praxen werden entlastet und lange Wartezeiten entfallen
  • tägliche Erhebung der eigenen Gesundheitsdaten wird ermöglicht
  • Insbesondere für alte und gehandicapte Menschen entfallen aufwendige Anreisen

Weitere Einsatzszenarien für die eHealth-Technologie

Das Projekt von Teague zeigt, dass eHealth auf dem Vormarsch ist. In Deutschland gab es 2014 bereits 200 Pilotprojekte im Bereich digitales Gesundheitswesen, so faz.net. Vor allem für ältere Menschen stellt die Wearable-Technologie einen enormen Vorteil dar. Bewegungsmelder oder tragbare Smartwatches können im Fall eines Sturzes in der eigenen Wohnung Leben retten. Chronisch Kranke können sich ebenfalls via Tablet fernüberwachen lassen. Telemedizin gilt als der nächste große Hype, der Krankenkassen, Hersteller und Mediziner in den kommenden Jahren stark beschäftigen wird. Big Data unterstützt Sie bei der Realisierung von digitalen Gesundheits-Projekten.

Big Data und eHealth

Wearables können zusätzlich wahre Helfer im Bereich medizinische Studien sein. Datensammlungen und individuelle Fitness- bzw. Gesundheitsanalysen stellen eine ideale Basis für die medizinische Forschung dar. Doch nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis können Wearables die Medizin beeinflussen. Vor allem das Schlafverhalten kann durch Wearables signifikant verbessert werden, wodurch Krankheiten vorgebeugt und das Leben verlängert wird. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient wird sich in den kommenden Jahren signifikant verändern, da der Patient nun selbst Zugriff auf seine Daten hat und nur noch bedingt abhängig von der klassischen Medizin ist. Der Gesamtmarkt für digitale Medizin wird von Experten wie Prof. Dr. Volker Penter bis 2020 auf 200 Milliarden Dollar geschätzt. Bereiten auch Sie sich auf die eHealth-Revolution vor und setzen auf Apps, Schnittstellen und mehrwertstiftende Technologie. Wir beraten Sie gerne!