24.07.2019

Europäisches Denken und Handeln stärken

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen erfordert eine europäische Denkweise und ein Netzwerk. Aktuell ist der Markt von IT-Plattformen stark geprägt von amerikanischen Cloud-Plattformen. Hier müssen europäische Standards gesetzt werden. Dafür ist der Aufbau europäischer Kompetenzzentren erforderlich, über die Gesundheitsdaten, KI-Ressourcen, Werkzeuge und Prüfmöglichkeiten geboten und gefördert werden. Doch nicht nur internationale Kooperationen sind bedeutsam, sondern auch der Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Ausbildung von KI-Experten und KI-spezifischen Skills stärken

Der Bedarf an interdisziplinären Spezialisten, wie Data Scientists und Datenarchitekten wird in den nächsten Jahren enorm steigen. Somit sei ein höherer Spezialisierungsgrad schon in der Ausbildung notwendig. Darüber hinaus fordert der Verband von der Regierung, die Weiterentwicklung bestehender Kompetenzen zu unterstützen.

Datenverfügbarkeit darf kein exklusives Privileg sein

Für eine nachhaltige Integration von KI in das deutsche Gesundheitssystem bedarf es laut bvitg vor allem klare Regeln für die Datennutzung. Der Zugang zu Datenbeständen dürfe kein exklusives Privileg sein. Der Bundesverband befürwortet eine “Open-Data-Strategie”, die Krankenkassen dazu verpflichtet, gewonnene Erkenntnisse der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Unternehmen der freien Wirtschaft und der Gesundheits-IT sollen Daten ebenso anonymisiert nutzen können.

Vor allem müssen KI-Anwendungen in allen Prozessen von Beginn an mitgedacht werden. Nur so lassen sich heterogene Daten schnell zusammenführen und auswerten mit dem Ziel, eine digitale und datenbasierte Patientenversorgung zu realisieren.