25.03.2013

Bis 2016 wird sich der Umsatz im mobilen Einzelhandel verdreifacht haben. Die Relevanz bestätigt auch eine aktuelle Studie: mehr als 70 Prozent der Tablet-Besitzer haben schon mindestens einmal eine Bezahlung mit ihrem Tablet abgewickelt, während dies nur knapp 62 Prozent der Smartphone Besitzer bereits getan haben. Immer leistungsfähigere Datennetze und innovative Apps ermöglichen den Einkauf am kleinen Display. Daraus ergeben sich unzählige Potenziale und speziell mobile Konsumenten rücken zunehmend in den Fokus von Markenunternehmen und Einzelhändlern.

Das Ziel ist klar definiert: Mobile Verbraucher abholen und als Kunden gewinnen. Als wegweisend für den heutigen Erfolg im Handel gelten integrierte Cross-Channel-Konzepte, bei denen stationäre und mobile Shopping-Welten miteinander verschmelzen. Untersuchungen zeigen, dass ein guter mobiler Shop den Abbruch im Warenkorb um bis zu 50 Prozent verringern und die durchschnittliche Verweildauer um bis zu 25 Prozent erhöhen kann. Mit zunehmender Nutzung der mobilen Alleskönner wird auch das Vertrauen in das Mobile Shopping steigen.

 

Mobile first

Mobile-User wollen mobiloptimierte Shops: 59 Prozent der Befragten der ECC Handel-Studie „Mobile Commerce in Deutschland” wünschen sich, dass Händler ihre Online-Shops für Tablet und Smartphone optimieren. Dabei ist die Informationssuche im Mobile Commerce die am häufigsten genutzte Funktion. Insbesondere Informationen über lokale Händler werden gehäuft über mobile Geräte eingeholt. Warenkörbe im Tablet sind circa 50 Prozent größer als auf dem Smartphone: Der durchschnittliche Smartphone-Warenkorb liegt bei circa 46 Euro, während der durchschnittliche Tablet-Warenkorb circa 81 Euro beträgt. Die größten Bestellungen werden mit 113 Euro jedoch mit dem stationären PC oder Laptop aufgegeben.

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Im stationären Sektor bieten etwa Mobile Coupons, Barcode-Scanner oder standortbezogene Alerts ideale Möglichkeiten zur Kundenaktivierung und erfolgreichen Integration von mobilen Endgeräten in den Kaufprozess. Händler fürchten das sogenannte Showrooming-Verhalten, dabei bieten mobile Endgeräte im stationären Geschäft auch Vorteile für Händler, da sie eine direkte Interaktion mit den Kunden herstellen, um ihnen beispielsweise gezielt personalisierte Angebote, Deals oder Rabatte zu ermöglichen.

 

Der mobile Shop als Conversion-Treiber

Grundsätzlich gehen die Trends im Bereich M-Commerce dahin, vor allem Standardisierungen vorzunehmen, die es so in der Art bisher noch nicht gab. Konzeptoren und Verantwortliche von Mobile-Shops haben sich inzwischen auf ähnliche Standards für Navigationsprinzipien und Produktpräsentationen bei der Realisation von mobilen Shops geeinigt.

Vor allem wenn sie richtig gemacht sind, bieten Apps für den M-Commerce unglaublich viel Potenzial. Für eine nachhaltige Multi-Channel-Strategie reicht eine App allein nicht aus. Die parallele mobile Optimierung des E-Commerce-Shops für Smartphone und Tablet ist ein Muss und Grundvoraussetzung, um als Online Player heute wirklich erfolgreich zu sein. Unternehmen, die es verstehen im Lebensraum des Kunden mit Ihrer Marke, Services und Produkten über alle relevanten Zugänge präsent zu sein, werden gewinnen.

 

App und mobiler Shop – Die Kombination macht’s

M-Commerce wird in Form von Apps oftmals pragmatisch gelöst. Der mobile Shop der Website ist meist in die App eingebunden und es werden nutzerorientierte Mehrwerte integriert, wie zum Beispiel Kollektionspräsentationen, Verknüpfungen mit dem PoS, Aktionsbewerbung, Kundendatenverwaltung und vieles mehr. Der Vorteil von Apps liegt vor allem in der permanenten Präsenz auf dem mobilen Endgerät.

Nutzer sind bei einer plötzlichen Weiterleitung auf eine Desktop-Seite oftmals irritiert. Indem ein ganzheitlich mobil-optimierter Shop angeboten wird, kann dieser Effekt vermieden werden. Die PoS-Aktivierung sollte bei der Konzeption eines mobile Shops immer bedacht werden. Egal ob ein direkter Telefon-Support per Click-to-Call oder ein intelligenter Filialfinder: Funktionen zur PoS-Unterstützung und zum Kundenservice binden sowohl Neu- als auch Bestandskunden langfristig.

 

Smartphone oder Tablet – Wo sind die Unterschiede?

Eine Anwendung auf dem Tablet benötigt ebenso einen Mehrwert für den Käufer wie auf dem Smartphone, doch die unterschiedlichen technischen Gegebenheiten sollten im Bau einer mobilen Shopping-App berücksichtigt werden. Während sich beim eher handlichen Smartphone etwa die Produkterkennung über die Kamera anbietet, lassen sich beim Tablet durch das größere Display Augmented-Reality-Funktionen wie etwa eine virtuelle Umkleidekabine einsetzen.

 

Tablet ersetzt den Desktop-PC

Das Tablet ist noch stärker browsergesteuert als das Smartphone, da das Tablet dem Desktop-PC näher ist und der Browser dort das wichtigste Tool ist. Die Anzahl installierter Apps ist auf Tablet-PCs generell viel geringer als auf Smartphones. Apps auf dem Tablet haben erst dann einen großen Stellenwert, wenn sie gut gemacht sind und Funktionen und Mehrwert bieten, der bei herkömmlichen Browser-Anwendungen so nicht realisiert werden kann.

Doch der vermeintliche M-Commerce ist in vielen Fällen eher ein Couch-Commerce, weil der Zugang über das mobile Gerät in den eigenen vier Wänden über das W-Lan-Netz erfolgt. Wer ein Tablet besitzt, kauft nicht mehr so oft am PC. Die Warenkörbe im Tablet weisen deutlich mehr Umsatz auf als die im Smartphone, denn wer sich ein Tablet leisten kann, hat tendenziell mehr Geld zur Verfügung.

 

M-Commerce erst am Anfang

Tablets und Smartphones ermöglichen gänzlich neue Szenarien der Internet-Nutzung und verändern bereits jetzt alle Standards in Usability und Webdesign. Bis sich die Devices in alle Nutzerschichten flächendeckend verbreitet haben ist es nur noch eine Frage der Zeit. Der M-Commerce ist in Deutschland noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Experten prophezeien dem M-Commerce ein noch schnelleres Wachstum als dem Internet Mitte der 90er-Jahre. Die absoluten Trendthemen in dem Bereich sind Mobile Payment, innovative Services und die Integration von Kundendaten zur personalisierten Ansprache.