08.11.2011

Der Markt für Bewegtbild-Content boomt: Laut Forrester Research sind 50 Prozent der Marketingentscheider davon überzeugt, dass der Einsatz von Online-Videos den Marketingeinsatz in den nächsten drei Jahren effektiv fördern wird. Botschaften durch Videos zu transportieren, involviert den Betrachter stärker als Text und Bild. Das Potenzial steckt in der Emotionalisierung und der damit verbundenen, unbewussten Wahrnehmung des Markenimages.

Cisco Systems prognostiziert, dass 80 Prozent des Internet-Traffics bis 2015 über Videos stattfindet. Bezogen auf die Brutto-Werbeinvestitionen wird Bewegtbild in diesem Jahr Schätzungen zufolge um 115 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Produktvideos, Video-Newsletter oder -kommunikation auf Ihrer Webseite: Der Einsatz des Bewegtbildes ist vielfältig. Dass Video-Inhalte 2012 noch größere Bedeutung zukommen wird, zeigen die folgenden Trends:

Produktvideos

Kunden lieben Ware zum Anfassen. Produktvideos führen User nah an ein Offline-Kauferlebnis: durch Zoomfunktion, Drehen und Wenden werden die Waren genauso dargestellt, wie der Kunde sie im Geschäft erlebt. Die Vorteile zur statischen Abbildung: Videos emotionalisieren die Produktdarstellung. Je nach Portfolio sollte sich der Shopbetreiber um involvierende Aspekte seiner Produktwelt machen. So bieten zum Beispiel Ratgeber-Videos für Unterhaltungselektronik oder Catwalk-Clips für Damenmode mehr als eine simple Warenbeschreibungen. Saisonale Videos, z.B. in weihnachtlicher Aufmachung, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Der Einsatz von Produktvideos kennt keine Grenzen und steigert 2012 seine Relevanz für Shopbetreiber.

Shoppable-Videos

Aus den USA schwappt der Fashion-Trend „Shoppable Video“ nach Deutschland: Kunden können in Online-Clips vorgeführte Outfits unmittelbar im Video bestellen. Durch Klick auf das Model öffnen sich ein Navigationsmenü für die Bestellabwicklung und Weiterleitung in den Warenkorb des Shops. In den neuen, innovativen Kollektions-Videos sehen die Konsumenten nicht nur die Outfits an Personen, der Clip erzählt eine Geschichte, um Fashion und Transmedia-Kauferlebnis zu verknüpfen.

YouTube Commerce

Durch den sogenannten “Merch Store” entwickelt sich YouTube zur Handelsplattform. Die Einbindung eines Online-Shops in den Video-Channel wird so möglich. Bislang steht der Service nur Musikpartnern von YouTube zur Verfügung, um beispielsweise Konzertkarten, CDs, DVDs oder Downloads zu verkaufen. 2012 sollten Online-Händler das Potenzial von YouTube als Verkaufskanal im Auge behalten.

Video-Mailings

Videos lassen sich auch im E-Mail-Marketing nutzen, um den Kampagnenerfolg zu steigern. Bewegtbild-Content in E-Mails können die Klickrate zwei- bis dreimal so hoch ausfallen lassen.

Nutzen Sie z.B. ein Standbild des Videos sowie die Bedienelemente des Videoplayers, um Ihre Abonnenten zum Klicken zu animieren. Zusätzlich sollten Sie einen Textlink zum Video setzen. Ein Hinweis auf das Video in der Betreffzeile kann die Öffnungsrate deutlich erhöhen.

Content Calendars

Die neueste Strategie heißt: Content Calendars in E-Mails. Der Kalender fungiert als Guide, um digitalen Inhalt zu organisieren z.B. ein Zeitplan, der dem ganzen Team zur Verfügung gestellt wird. Content Calendars können in jedem Kalenderprogramm oder als webbasierte Dokumente angelegt werden. Die Verwendung als Video in E-Mails bringt einige Vorteile:

  • Ob lokale Events, To-Do-Listen, Meetings oder der Zeitplan eines Projektes: Alles lässt sich in Videoform verschicken und Ihre Mitarbeiter sind über einen Channel verbunden.
  • Wiederholungen werden verhindert: Der vertonte Text sollte nicht das Abgebildete wiederholen, sondern inhaltliche Akzente setzen. Wiederholungen oder Ausreizungen bleiben so aus.
  • Der Kalender hilft Unternehmen, die neu im Video-Segment sind, eigene Video-E-Mail-Kampagnen zu planen. Die Teamarbeit wird durch das interne Management forciert.

Bewegtbild und Social Media

An einem Thema kommen Unternehmen 2012 nicht vorbei: Video-Content und Bewegtbild-Spots auf Social Media Plattformen. Unternehmen sollten sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, ob sich ein bestimmtes Video-Format im Social Web verbreiten lässt. Auf der Bewegtbildkonferenz in Berlin wurden beispielsweise TV-Sender aufgerufen, mehr Social Media zu integrieren. Denn Social Media in Kombination mit Bewegtbild bietet enorme Potenziale: Videos können schnell weitergeleitet und „geliked“ oder mit Social Bookmarking Diensten besonders hervorgehoben werden. Nutzer veröffentlichen darüber hinaus ursprüngliche TV-Videoclips in den einschlägigen Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter und erweitern die TV-Zielgruppe ins Online-Umfeld.

Mobile Bewegtbild-Nutzung

Die Nutzung von mobilem Internet erhöht nicht nur die Aufrufe von Fotos über Plattformen wie Flickr, sondern auch vermehrt Animationen und Videoclips über die entsprechenden Portale. Dank des Booms von Smartphone & Co. erreichen Sie Ihre Zielgruppe mittels Bewegtbild auch von unterwegs. Personalisierte mobile Werbung, beispielsweise ortsbezogene Ads oder auf die Interessen potenzieller Kunden ausgerichtete Produktempfehlungen in Form von Videos, werden von Usern positiv wahrgenommen.

Web-TV

Die zunehmende Verbeitung internetfähiger Fernsehgeräte ermöglicht Nutzer zusätzlich zur Internetnutzung am PC per Web-TV zu erreichen. Mit starken Technologien, wie CE-HTML und JavaScript werden nun die Verschmelzung von Internet und Fernsehen eingeläutet. Einheitliche Standards bei den Playern und Formaten sind die Basis der auf Video ausgelegten AdServer der Vermarkter. Pricewaterhouse Coopers prognostiziert Werbeeinahmen im Internet-TV bis 2015 von 150 Millionen Euro.

Bewegtbildwerbung

Die Bewegtbildwerbung konnte in den letzten Jahren am stärksten von der wachsenden Nachfrage nach aufmerksamkeitsstarken Werbeformen profitieren. Ob In-Page-Video-Ads in Banner-Form oder In-Stream-Video-Ads im Umfeld von Video-Content - Grund hierfür sind die vielfältigen Gestaltungsformen, die auch die Übertragung komplexer Werbebotschaften zulassen. Die Ausgaben in diesem Bereich sind mit 184,2 Millionen Euro dieses Jahr elfmal so hoch wie vor drei Jahren. Auch in den den nächsten zwei Jahren sieht die Prognose für Bewegtbildwerbung gut aus: 94 Prozent der Online-Marketingentscheider rechnen mit einer steigenden Nachfrage.